Internationale Relocation leicht gemacht

Hanna Asmussen, Lisa Dahlke und Franziska Löw,

Gründerinnen von Localyze

Foto: Localyze


Das Unternehmern Localyze wurde im Dreiergespann von Lisa, Franzi und Hanna gegründet. Das sehen die Drei aber als sehr großen Vorteil, denn die Vielseitigkeit ihrer Erfahrungen hilft ihnen sehr dabei, Probleme gemeinsam und mit unterschiedlichen Perspektiven zu lösen, sagen sie. Während Lisa BWL studiert und jahrelange HR Erfahrung gesammelt hat, kommt Franzi aus der VWL und promoviert in Data Science. Hanna hat Wirtschaftsingenieurwesen studiert und in der Unternehmensberatung gearbeitet. Im Interview erzählt uns Hanna mehr über die Idee hinter Localyze.

Was macht Localyze genau?

Wir haben eine Software entwickelt, mit Hilfe derer Unternehmen ihre Mitarbeiter besser beim Umzug in ein neues Heimatland unterstützen können. Die Inhalte der Software passen sich dabei individuell an die jeweilige persönliche Situation des Mitarbeiters an und deckt alle relevanten Bereiche ab, von der Immigration bis zur sozialen Integration.

Wie seid ihr auf diese Nische gekommen?

Eine Nische ist es nicht wirklich, denn der Markt für Relocation Services ist 64 Billionen Dollar groß und ich glaube jeder, der einmal umgezogen ist weiß, wie aufwändig der ganze Prozess sein kann – genau so sind wir auch auf das Thema gekommen. Wir haben selbst die Erfahrung gemacht, dass ein Umzug ins Ausland kompliziert ist, insbesondere wenn man die lokalen Gegebenheiten und Regularien noch nicht kennt. Dagegen wollten wir etwas unternehmen und haben Localyze gegründet.

Wer sind Eure Kunden? Unternehmen oder Privatpersonen?

Unser Service richtet sich an Unternehmen und deren Mitarbeiter, somit haben wir letztlich Unternehmens- als auch Privatkunden. Das Unternehmen zahlt für den Service und nutzt auch die Software, besonders eng arbeiten wir aber auch mit den Mitarbeitern zusammen, deren Relocation Prozess wir ja unterstützen.

Wie unterscheidet ihr euch von anderen Agenturen?

Der größte Unterschied zu einer klassischen Relocation Agentur ist, dass bei uns alles über eine Software abläuft. Durch die Automatisierung von Abläufen und Zusammenhängen sparen wir einerseits sehr viel Zeit und somit auch Geld – das spiegelt sich auch im Preis wider. Zum Anderen können wir einen besseren und vor allem digitalen Service anbieten, der auch unsere digital-affine Zielgruppe besser anspricht und abholt.

Vorerst konzentriert Ihr Euch momentan auf die Immigration von Ausländern nach Deutschland. Welche Beweggründe des Umzugs beobachtet Ihr hierbei am häufigsten und aus welchen Ländern kommen die meisten Zugänge?

Wir haben auf dem deutschen Markt angefangen, decken mittlerweile aber auch die USA, Kanada und Spanien ab: Hiermit adressieren wir bereits 4 der 10 stärksten Inbound-Märkte für Arbeitsmigration. Unserer Erfahrung nach sind die meisten Umzüge durch das Vorantreiben der eigenen Karriere durch neue Jobmöglichkeiten im Ausland motiviert. Danach folgen Versetzungen / Entsendungen innerhalb des eigenen Unternehmens. In Deutschland haben wir die meisten Zugänge aus Indien, was sich auch mit den offiziellen Migrationsstatistiken deckt.

Ihr habt alle selbst schon im Ausland gelebt, kennt also die Tücken einer Auswanderung (auf Zeit). Welche Erfahrungen habt ihr selbst gemacht?

Dass der ganze Prozess teilweise sehr komplex ist und dadurch frustrierend sein kann. Dabei geht es gar nicht so sehr darum, dass man den Prozess nicht versteht oder nicht die richtigen Bedingungen erfüllt: Häufig fehlen einfach die korrekten Informationen, um die Stolpersteine und Hürden zu meistern, die einem begegnen. Genau das ist unser Ansatz bei Localyze, wir bieten alle relevanten Informationen für eine bestmögliche Navigation durch den Prozess.

Deutschland liebt Bürokratie und Ihr sagt selbst, nach Deutschland auszuwandern ist mindestens genauso schwer, wie als Deutsche ins Ausland zu gehen. Was ist der schwierigste und aufwändigste Part hierbei?

Je nach Herkunftsland ist es eine erste große Herausforderung, ein Visum zu erhalten – bzw. einen Termin, um dieses zu beantragen. Hier können die Wartezeiten schonmal ein paar Monate betragen, das hemmt natürlich die Motivation und bedarf schon einer großen Portion Durchhaltevermögen. Auch bei der Beantragung des Aufenthaltstitels in Deutschland wird die Geduld nochmal auf die Probe gestellt, da die aktuellen Wartezeiten auch bei den Behörden in Deutschland extrem hoch sind. Auch Themen wie Wohnungssuche, Krankenversicherung und Bankkonto können eine Herausforderung sein, insbesondere wenn diese Themen in den Herkunftsländern anders gehandhabt werden.

Im Vergleich mit anderen Staaten merken wir jedoch, dass es in Deutschland nicht viel komplizierter zugeht, als woanders.

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Neben der Verständigung und der Recherche nach dem richtigen Visum, was sind aus Eurer Sicht die wichtigsten Dinge, die man wissen sollte, bevor man sich dazu entscheidet ins Ausland zu gehen?

Ich denke man sollte sich vor allem auch mit den Gegebenheiten im Land auseinandersetzen, also wie lebt man dort, wie sieht der Alltag aus, was sind kulturelle Unterschiede – denn genau das sind am Ende wichtige Faktoren, die viele Menschen zunächst ignorieren und die letztlich darüber entscheiden, ob ich mich in meiner neuen Heimat wohlfühlen kann.

Ihr möchtet Eure Services in Zukunft auch ins Ausland ausweiten. Welche Länder/Kontinente habt ihr dabei vorerst im Auge?

Wie gesagt bieten wir unsere Services – neben Deutschland – auch schon für die Märkte Spanien, Kanada und USA an. Wir werden uns vorerst auf Nordamerika und Europa konzentrieren und hier unsere Präsenz ausbauen. Langfristig wollen wir aber weltweit expandieren.

www.localyze.de

@localyze_team

Photography: Localyze

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